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Seit dem 11.10.1956 im Landkreis Nordhausen! 

Geschichte des Firmengebäudes

Im Jahr 1786 gründete Friedrich Wilhelm Wolfram die Eisen- und Eisenwarenhandlung Firma F.W. Wolfram. Das Geschäft bestand in dem seit 1700 im Besitz der Familie Wolfram befindlichen Haus in der Töpferstraße 26. In einer amtlichen Erhebung über die wirtschaftlichen Verhältnisse Nordhausens wurde die Eisenwarenhandlung, die hauptsächlich ihre Waren in die sächsischen und schwarzburgischen Fürstentümer absetzte, als vorzüglich und bedeutend genannt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Firma zu einer der größten und führenden dieser Branche in Deutschland. 1824 übernahm der Schwiegersohn Leberecht Gebhardt das Geschäft. 1852 übergab er es an seinen Schwiegersohn Friedrich Kranz. Unter seiner Führung und den beiden Teilhabern, Schwiegersohn Richard Wiese und Sohn Julius Kranz, nahm das Unternehmen einen stetigen Aufstieg. Ab 1906 leiteten die Söhne Erich Kranz und Friedrich Wiese die Firma. Infolge steigender Umsätze und der Notwendigkeit der Schaffung entsprechend umfangreicher Lagerkapazität machte sich im Laufe der Jahre die Verlegung des Großhandelsbetriebes nach dem Bahn­gelände an der Steinstraße erforderlich. Hier expandierte die Firma 1923.

Es wurden moderne Anlagen mit Gleisanschluss geschaffen und ein den Erfordernissen entsprechendes Bürogebäude errichtet. Das gesamte Gelände hatte eine Größe von 22.000 m². 1938 beschäftigte die Firma 
160 Arbeitskräfte, davon waren 55-60 Stammkräfte und 8-10 Lehrlinge. Das Unternehmen versorgte von Nordhausen aus den gesamten Raum, lieferte aber auch in alle Teile Deutschlands, von Celle bis nach Nordbayern, von Lippstadt und Paderborn im Westen bis zur Lausitzer Grenze sowie ins Erzgebirge und Vogtland. Die Bombenangriffe im April 1945 brachten der Firma großen Schaden, das Geschäft in der Töpferstraße war zerstört. Nach Kriegsende wurde in der Ernst-Thälmann-Straße (ehem. Steinstraße, heutige Bochumer Straße) ein Flachbau errichtet, welcher bis in die jüngste Vergangenheit als Verkaufsfläche diente, wo man rund 8.000 Artikel vertrieb. 1950 übernahm Marianne Evers (geb. Wiese), die Witwe des Herrn Gustav Evers, die Großhandlung. Die politische Wende brachte für die Firma einen Neuanfang. Seit 1990 führte in der 9. Gene­ration der Enkel der Familie, Thomas Evers, den Fachhandel für Baubeschläge und Werkstatteinrichtungen. Das gesamte Firmengelände in der Ernst-Thälmann-Straße wurde 1993 verkauft und ein neues Areal im Terrain der Thüringer Motorenwerke GmbH erworben. Im ehemaligen Klub­haus der IFA entstand ein Großlager mit Verkauf. Das Warensortiment umfasste ca. 26.000 Artikel. In der Töpferstraße eröffnete die Firma ein Haushaltswarengeschäft. Bei den Billigangeboten der Baumärkte vor den Toren der Stadt – für Kunden aus dem Umfeld von Nordhausen gut und schnell zu erreichen – konnte das Traditionsunternehmen preislich nicht mithalten. Auch im Großhandelsbereich war der Markt gesättigt. Die Folge war die Konkursanmeldung am 13. Mai 1998. Nach einer 212jährigen Tradition kam Ende des gleichen Jahres für das Großhandelsunterneh­men das endgültige Aus.